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Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar
Frauentorstraße 4
99423
Weimar
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Charlotte von Stein gehört als wichtigste Bezugsperson Goethes in dessen erstem Weimarer Jahrzehnt, als Freundin Herzog Carl Augusts, Wielands, Herders, des Ehepaars Schiller und enge Vertraute der Herzogin Louise zu den zentralen Figuren des klassischen Weimar.
Bis heute findet sie fast ausschließlich im Bezug zu Goethes Leben und Werk Beachtung. Die historische Person verschwindet noch immer hinter den literarischen Gestalten seiner Werke, wird zu Iphigenie, Leonore oder Lida. 

Die Ausstellung zum 275. Geburtstag Charlotte von Steins präsentiert Erinnerungsstücke, Werkmanuskripte, Bildnisse und Briefe. Die Korrespondenz mit Freunden und Familienmitgliedern ist ein wichtiger Quellenfundus, der bislang noch wenig Beachtung fand. Sie spiegelt die Vielfalt der geistigen und künstlerischen Interessen Charlotte von Steins und zeichnet ein einprägsames, dabei aber überraschend nüchtern unsentimentales Porträt ihrer Zeit.

Für die Kultur- und Geistesgeschichte des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts sind sie ein wichtiger Quellenfundus, der bislang noch wenig Beachtung fand. Aus den wertvollsten Beständen des Archivs werden Goethes Reisetagebuch aus Italien für Charlotte von Stein und erstmals ein Band mit Briefen Goethes an die Freundin aus den Jahren 1779/80 gezeigt. Wieder und neu zu entdecken ist auch die Zeichnerin und Schriftstellerin Charlotte von Stein. Zu sehen ist unter anderem die von der Verfasserin korrigierte Reinschrift der zu ihren Lebzeiten ungedruckten Tragödie »Dido«, die originelle Adaption eines antiken Stoffes und weit mehr als ein biographischer Schlüsseltext. Es entsteht so das Bild einer außergewöhnlichen Frau: Eigenständig, mitfühlend-klug, an Kunst, Literatur und Wissenschaft interessiert und begabt für Freundschaften, doch ohne schwärmerische Empfindsamkeit, wurde sie zur Mentorin einer jüngeren Frauengeneration im klassischen Weimar.